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Grosse Freude über das unerwartete «Dankeschön»

Unter dem Motto «Hilfe annehmen ist eine Stärke» fand heute zum vierten Mal der «Tag für pflegende und betreuende Angehörige» statt. An insgesamt zwölf Standorten in den Kantonen Aargau und Solothurn schlossen sich mehrere Organisationen zusammen, um sich gemeinsam für das grosse Engagement der Angehörigen zu bedanken.

Es ist bitterkalt heute Morgen in Olten. Der Himmel ist wolkenverhangen, auf den Jurahügeln liegt der erste Schnee, es regnet leicht und der Wind fegt durch die Gassen. Der Winter hat sich definitiv angekündigt. Doch von den ungemütlichen Witterungsbedingungen lassen sich Monika Siegrist (Entlastungsdienst Schweiz, Aargau-Solothurn) und Susanne Gehrig (Pro Infirmis Aargau-Solothurn) nicht entmutigen. Im Gegenteil: Die gemeinsame «Dankesaktion» der Pro Senectute Aargau und Solothurn, der Pro Infirmis Aargau-Solothurn, des Entlastungsdienstes Aargau-Solothurn, des Schweizerischen Roten Kreuzes Aargau und Solothurn, sowie der Fachstelle Alter und Familie des Kantons Aargau liegt den beiden derart am Herzen, dass sie zweieinhalb Stunden in der Kälte ausharren, Schokoladenherzen verteilen und das Gespräch mit den Passanten suchen.

Standaktion Tag für pflegende und betreuende Angehörige in Olten

«Hilfe annehmen ist eine Stärke», so lautete das Motto der diesjährigen Sensibilisierungskampagne anlässlich des «Tags für pflegende und betreuende Angehörige». An acht Standorten im Kanton Aargau und an deren vier im Kanton Solothurn wurden Standaktionen durchgeführt, um sich bei den Angehörigen für ihr grosses Engagement zu bedanken und sie auf mögliche Entlastungsangebote hinzuweisen.

64 Millionen freiwillige Arbeitsstunden pro Jahr

Bereits zum vierten Mal haben sich die Organisationen für den Tag für pflegende und betreuende Angehörigen zusammengeschlossen. In der Schweiz sind es rund 330’000 erwerbstätige Personen, die regelmässig einen Angehörigen pflegen und betreuen. So häufen sich jährlich unglaubliche 64 Millionen Arbeitsstunden an, die von den Angehörigen aufgewendet werden, um ihre Familienmitglieder im Alltag zu unterstützen – und das alles unentgeltlich. Müsste diese Arbeit bezahlt werden, würden jedes Jahr zusätzliche Kosten in der Höhe von 3,5 Milliarden Franken anfallen. Ein Betrag, den unser Gesundheitssystem nicht verkraften würde.

Standaktion Tag für pflegende und betreuende Angehörige in Zofingen

Positives Feedback der Passanten

Trotz oder gerade wegen des ungemütlichen Wetters kommt die Aktion bei den Passanten in Olten gut an. «Viele sind überrascht, dass sie gratis ein Geschenk bekommen», sagt Monika Siegrist. «Gerade die Menschen, die selber Angehörige pflegen, sind froh, dass sie jemandem davon erzählen können. Sie haben sich besonders über die kleine Aufmerksamkeit unsererseits gefreut.»

Ein ähnliches Bild präsentiert sich in Zofingen, wo Nelly Neuschwander (Entlastungsdienst Schweiz, Aargau-Solothurn), Nicole Wyss (Pro Senectute Aargau) und André Brünisholz (Pro Infirmis Aargau-Solothurn) im Einsatz stehen. Das Trio erhält viel positives Feedback von den Passanten. So beispielsweise von einem Lehrling, der sich um seine pflegebedürftigen Eltern kümmert, von einem älteren Herrn, der täglich nach seinem Nachbarn schaut, oder einer Dame, die regelmässig Altersheim-Besuche macht. Sie alle haben sich über das unerwartete «Dankeschön» in Form eines Schokoladenherzes gefreut.

Hinweis: Die gemeinsame «Dankesaktion» anlässlich des «Tags für pflegende und betreuende Angehörige» wurde vom Entlastungsdienst Schweiz, Aargau-Solothurn, der Pro Senectute Aargau und Solothurn, der Pro Infirmis Aargau-Solothurn, vom Schweizerischen Roten Kreuz Aargau und Solothurn, sowie der Fachstelle Alter und Familie des Kantons Aargau organisiert. Die Standaktionen fanden in Aarau, Baden, Brugg, Frick, Lenzburg, Reinach, Wohlen, Zofingen, Solothurn, Olten, Grenchen und Breitenbach statt.