Eine Heldin mit Herz

Publiziert am

15.5.2020

Jeannette Hüssy mit Frau Kyburz

Die Coronakrise kennt zum Glück zahllose Heldinnen und Helden. Auch der Entlastungsdienst Schweiz hat viele Held*innen dieses aussergewöhnlichen Alltags in seinen Reihen: Betreuer*innen, die weiterhin Menschen unterstützen und natürlich unzählige betreuende Angehörige.Eine dieser Heldinnen ist Jeannette Hüssy. Seit fünf Jahren ist sie Betreuerin beim Entlastungsdienst Aargau-Solothurn und setzt sich mit Herz und Verstand für ihre Kunden ein.

Seit drei Jahren betreut sie auch Frau Kyburz,die damals noch in einem Altersheim wohnte. Jeannette besuchte mit ihr jede Woche ihre beiden Hunde im Tierheim, die sie leider nicht mehr bei sich haben konnte. Schnell merkte sie, dass Frau Kyburz in der Altersinstitution sehr unglücklich und gelangweilt war. Sie war gesundheitlich noch ziemlich fit und wollte wieder in eine eigene Wohnung ziehen. So machte sich Jeannette auf die Suche nach einer passenden Bleibe und setzte sich mit den involvierten Stellen in Verbindung. Bald darauf konnte die damals 78-jährige Frau in ihr neues zuhause einziehen. Dort sei sie richtig aufgeblüht, sagt Jeannette heute.

Seither geht Jeannette Hüssy jede Woche mit ihrer Klientin einkaufen und verbringt Zeit mit ihr. Manchmal trinken sie zusammen einen Kaffee oder gehen gemeinsam essen. Jeannette konnte Frau Kyburzauch überzeugen, regelmässig den Tagestreff in einem Seniorenheim zu besuchen.Nach anfänglicher Skepsis geht Frau Kyburz heute zweimal wöchentlich hin und freut sich immer darauf, sich mit anderen austauschen zu können.

Auch in gesundheitlichen Belangen hat Jeannette durch ihren beherzten Einsatz für wichtige Veränderungen gesorgt. Bereitsim Altersheim hatte Frau Kyburz grosse Probleme mit den Augen, die sie aber nicht ärztlich behandeln liess. Erst als Jeannette eigenhändig einen Termin beim Augenarzt abgemacht und ihre Kundin dorthin begleitet hat, wurde ihr und dem Altersheim der Ernst der Sache klar. Der Arzt diagnostizierte den grauen Star und machte seiner Patientin deutlich, dass eine Operation dringend notwendigsei, wenn sie nicht erblinden wolle. Glücklicherweise kam diese dann doch noch rechtzeitig und nach der Behandlung beider Augen benötigte Frau Kyburz nicht einmal mehr eine Brille. Als Frau Kyburz dann wenig später starke Schmerzen in den Knien bekam, war es wieder ihre Betreuerin vom Entlastungsdienst, die dafür sorgte, dass sich ein Arzt um sie kümmerte. Beide Knie mussten operiert werden.Dank der Überredungskunst von Jeannette kann Frau Kyburz heute wieder schmerzfrei laufen und ist viel mehr zu Fuss unterwegs als zuvor.

Da der Tagestreff aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden kann und Frau Kyburz oft alleine zuhause sitzt,geht Jeannette momentan etwas häufiger bei ihr vorbei. Manchmal bringt sie dann einfach nur ein Körbchen Erdbeeren mit. Wenn Frau Kyburz diese dann lächelnd entgegennimmt, ist Jeannette mindestens genau so glücklich, wie ihre Klientin.

"Solche Momente, in denen man sieht, dass die Hilfe ankommt und man den Menschen etwas Freude bringt, motivieren mich jeden Tag aufs Neue." Jeanette Hüssy
Wir danken der engagierten Betreuerin, dass sie sich mit so viel Leidenschaft für die Menschen einsetzt, die diese Hilfe so dringend benötigen!

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