Heldinnen in der Krise

Publiziert am

25.4.2020

Die Betreuerin Claudia Berli

Die Coronakrise kennt zum Glück zahllose Heldinnen und Helden. Auch der Entlastungsdienst Schweiz hat viele Held*innen dieses aussergewöhnlichen Alltags in seinen Reihen: Betreuer*innen, die weiterhin Menschen unterstützen und natürlich unzählige betreuende Angehörige. Zwei dieser Heldinnen sind Claudia Berli und Christine Crivelli, die mit viel Flexibilität und Leidenschaft dort einspringen, wo es sie braucht.

Frau Zilli ist berufstätig und hat drei Kinder, zwei davon sind noch klein. Sie lebt getrennt von ihrem Mann, der genau wie die Grosseltern, zur Risikogruppe gehört. Der Kindergarten ihres Sohnes und die Spielgruppe der Tochter wurden geschlossen und die Mutter muss ihren Alltag von einem Moment auf den nächsten komplett umstellen. Sie kann zwar im Homeoffice arbeiten, da ihr Job aber zur Grundversorgung gehört und sie mit Arbeit geradezu überschüttet wird, kommt sie ins Wanken. «Ich habe gemerkt, dass ich meinen Kindern unter diesen Umständen einfach nicht mehr gerecht werden kann.», sagt Frau Zilli über die herausfordernde Situation. Mit Hilfe der Personalverantwortlichen ihres Arbeitgebers macht sie sich auf die Suche nach einer Lösung und gelangt so zum Entlastungsdienst Aargau-Solothurn. Ein Tag nach dem ersten Kontakt mit der Vermittlerin kann eine Betreuerin einspringen. Seither  werden die Kinder immer nachmittags von Claudia Berli oder Christine Crivelli betreut.

Die Kinder fühlen sich von Anfang an wohl und die Mutter merkt, dass ihnen die Aufmerksamkeit der Betreuerinnen gut tut. Vor allem bei ihrem sonst eher schüchternen Sohn ist Frau Zilli erstaunt, wie schnell er sich den beiden Frauen öffnen kann. Frau Zilli selbst kann endlich wieder durchatmen und sagt:

«Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen und ich bin so dankbar, dass Frau Crivelli und Frau Berli so schnell einspringen konnten.»

Die erfahrenen Betreuerinnen kommen gerne zur Familie Zilli. Dabei ergänzen sie sich gut und haben schnell einen Weg gefunden, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Claudia Berli geht mit den Kindern immer raus an die frische Luft und sorgt für ausreichend Bewegung. Auf dem nahegelegenen Spielplatz, der wenig frequentiert wird, klettern, rutschen und hüpfen die beiden gerne und lassen sich von Frau Berli in der Schaukel wiegen. Das dreijährige Mädchen beschäftigt sich dann gerne mit kleinen Sachen wie Steinen oder Blättern und zeichnet mit Kreide Bilder auf die Strasse. Der Junge, der anfangs etwas ängstlich war, getraut sich von Mal zu Mal mehr und macht dank der motivierenden Art von Claudia Berli viele Fortschritte.

Christine Crivelli hingegen bleibt  an ihren Betreuungsnachmittagen meistens zuhause. Dann bastelt und zeichnet sie mit den Kindern oder erfindet lustige Rollenspiele. Vor allem im Spiel mit dem fünfjährigen Jungen zeigt sie dabei viel Fantasie und lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen. So bringt sie beispielsweise eine Kiste mit Pflastern,Verbänden und anderen Utensilien aus der Apotheke mit, in der sie arbeitet. Das neugierige Kindergartenkind ist begeistert und beginnt sofort, seine Patientin zu verarzten. Seine kleine Schwester kann in der Zeit ihrer Kreativität freien Lauf lassen und malt für ihre Mutter ein schönes Bild.

Frau Zilli kann sich während der Anwesenheit der Betreuerinnen wieder ganz auf ihre Arbeit konzentrieren und dafür die restliche Zeit mit ihren Kindern unbeschwert geniessen. Sie schätzt die Offenheit und Flexibilität der Betreuerinnen und auch die unkomplizierte Kommunikation mit der zuständigen Vermittlerin. Claudia Berli und Christine Crivelli sind ihre ganz persönlichen Heldinnen in dieser herausfordernden Zeit.

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