Verletzlich, aber stark

Publiziert am

5.3.2021

Wer eine Krankheit oder Beeinträchtigung hat, lebt täglich mit Hürden und Beschwerden. Dass sich dies nicht nur körperlich auswirkt, sondern auch psychisch, liegt nahe. Betroffen sind viele: In der Schweiz leben rund 2,2 Millionen Menschen mit einer oder mehreren Krankheiten. Ihre Angehörigen sind stets mitbetroffen. Sie brauchen die Möglichkeit, die eigene Resilienz zu stärken.

Krankheiten und Beeinträchtigungen schränken nicht nur körperlich ein, sie haben auch einen Einfluss auf unsere Psyche – für Direktbetroffene wie für Angehörige. Darüber offen zu reden, ist wichtig. Denn es zeigt Betroffenen, dass sie nicht alleine sind und dass wir als Gesellschaft dem Thema Gewicht geben.

Zum Tag der Kranken vom 7. März 2021 ruft der Entlastungsdienst Schweiz zusammen mit anderen Organisationen dazu auf, offen über Krankheiten und Beeinträchtigungen zu sprechen.

Im vergangenen Jahr wurde deutlich: Gesundheit ist nicht selbstverständlich und wir geraten schnell in eine Situation, in der wir auf Unterstützung angewiesen sind. Auch ohne Pandemie: Wir alle sind im Laufe unseres Lebens mit Krankheiten und Beeinträchtigungen konfrontiert – sei es als Angehörige, sei es, weil wir selber eine Diagnose erhalten oder einen Unfall erleiden.

Resilienz stärken

Ob und wie stark eine Krankheit – oder eine Krise wie die Corona-Pandemie – seelisch belastet, ist von Mensch zu Menschunterschiedlich. Die Fähigkeit, eine schwierige Situation zu meistern und aus dieser mit einem guten Selbstwertgefühl und manchmal sogar gestärkt herauszugehen, wird in der Fachwelt Resilienz genannt. Die gute Nachricht: Diese Widerstandsfähigkeit ist von klein an bis ins hohe Alter erlernbar. Es lohnt sich, in guten Zeiten in die Resilienz zu investieren.

Betreuende Angehörige brauchen Auszeiten

Nicht alle haben aber die Möglichkeit, sich ausreichend um sich selbst zu kümmern. Obwohl genau das nötig ist, um psychisch gesund zubleiben – gerade in Zeiten von Krisen. Angehörige von Menschen mit Krankheit oder Beeinträchtigung sind häufig – und wenn nur mental – im Dauereinsatz. Ihre Aufgabe als Betreuende ist anspruchsvoll. Umso mehr brauchen sie Entlastung und Ausgleich, damit sie selbst gesund bleiben.

Der Entlastungsdienst Schweiz fordert deshalb: Betreuung und Entlastung zuhause muss für alle Menschen zugänglich sein. Und das heisst auch: finanziert werden. Dafür setzt sich der Verein Entlastungsdienst Schweiz seit Jahren ein.

Postkarten-Aktion zum Tag der Kranken

Ein wichtiger Aspekt beim Stärken der eigenen Resilienz sind die sozialen Kontakte. Leider sind zurzeit persönliche Treffen gerade mit Menschen mit Krankheit oder Beeinträchtigung immer noch nicht bedenkenlos möglich. Das macht das Leben von Betroffenen und ihrem Umfeld nicht leichter. Es soll uns aber nicht davon abhalten, aneinander zu denken und uns gegenseitig eine Freude zu machen!

Schicken Sie eine Postkarte und zeigen Sie, dass Sie an Betroffene und ihre Angehörigen denken. Am einfachsten geht das über dieses speziell zum Tag der Kranken eingerichteten Online-Tool.

Über Resilienz

Resilienz, auch Widerstandskraft genannt, ist kein fixer Zustand, sondern ein lebenslanger Prozess und beginnt bereits in der Kindheit. Hat jemand diese innere Stärke, kann er oder sie besser mit Krankheiten, Krisen und Verlusten umgehen, denn er oder sie ist überzeugt davon, dass es irgendwie weitergeht. Forschende haben herausgefunden, dass mehrere Faktoren die Widerstandskraft erhöhen. Diese sind zum einen in uns selbst begründet und werden zum anderen von aussen beeinflusst durch positive Rollenbilder, stabile Lebensverhältnisse, ein stimulierendes Lern- und Arbeitsumfeld, die Möglichkeit für Weiterbildung und Perspektiven sowie mindestens eine feste und zuverlässige Bezugsperson.

Menschen sind widerstandsfähiger, wenn sie:

1.        Eine optimistische Einstellung zu Veränderungen haben und auf ihre Fähigkeiten vertrauen.

2.       Objektive Leistungsgrenzen akzeptieren und Rahmenbedingungen realistisch einschätzen können.

3.       Probleme offen ansprechen und lösungsorientiert vorgehen.

4.       Ein gutes Stressmanagement haben sowie für ihre Bedürfnisse und Regenerationszeiten sorgen.

5.       Selbstverantwortung und Eigeninitiative übernehmen.

6.       Bei Überforderung Hilfe annehmen und ihre Beziehungen und Netzwerke pflegen.

7.       Für das eigene Leben Visionen, Werte, Sinnhaftigkeit und Ziele entwickeln.

8.       Offen bleiben und improvisieren können bei unvorhergesehenen Ereignissen.

Tag der Kranken

Jeweils am ersten Märzsonntag findet in der Schweiz seit über 80 Jahren der «Tag der Kranken» statt. 2021 lautet das Motto «Verletzlich, aber stark».
Der «Tag der Kranken» ist ein gemeinnütziger Verein. Mitglieder sind sowohl Patientenorganisationen als auch Gesundheitsligen, Branchen- und Fachverbände, die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) sowie andere im Gesundheitswesen tätige Vereinigungen und Verbände. Auch der Entlastungsdienst Schweiz ist Mitglied beim «Tag der Kranken».

Eine Postkarte an Betroffene schickenTag der KrankenMöchten Sie mehr lesen? Hier gehts zu alle News & Storys

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