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Heldinnen und Helden des Alltags

Die Coronakrise kennt zum Glück zahllose Heldinnen und Helden. Auch der Entlastungsdienst Schweiz hat viele Held*innen dieses aussergewöhnlichen Alltags in seinen Reihen: Betreuer*innen, die weiterhin Menschen unterstützen und natürlich unzählige betreuende Angehörige. Eine dieser Heldinnen ist Susanne, SOS Betreuerin beim Entlastungdienst Schweiz – Kanton Zürich. Sie ist immer wieder in anderen Einsätzen, die dringend nötig oder befristet sind.

Susanne schätzt die vielseitige Arbeit, bei der sie immer wieder andere Familien und Einzelpersonen unterstützen kann. «Ich sehe in dieser Krisenzeit, wie wichtig unsere Einsätze bleiben.» Susanne betreut momentan drei kleine Kinder einer alleinerziehenden Mutter, der vierjährige Sohn hat Autismus und der tägliche Wahnsinn ist kaum zu bewältigen. Seine Therapien sind ausgefallen und er machte starke Rückschritte. Susanne übernimmt nun die Kinderbetreuung und verschafft der überforderten Mutter eine Verschnaufpause.

Jana ist ein anderes Bespiel, das Mädchen mit Mehrfachbehinderungen braucht intensive Betreuung während die Eltern arbeiten. Dabei sind die Sicherheitsmassnahmen besonders wichtig, da Jana eine Immunschwäche hat. Susanne hält sich strikt an die Schutzmassnahmen. Zu ihrer grossen Freude geht sie mit Jana ins Freie und desinfiziert alles, das mit ihr in Berührung kommt. So kann Jana auf der Schaukel hin und her fliegen und jauchzt dabei vor Vergnügen.

Am Schluss des Gesprächs sagt Susanne: «Ich sehe mich nicht als Heldin.» Da sind wir anderer Meinung und danken ihr und all unseren Betreuungspersonen für ihre wertvolle Arbeit.
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Ein weiterer Held des Alltags ist Familienvater Sascha. Er betreut seine drei Töchter allein, da seine Frau eine Hirnblutung bekam und in der Reha ist. Die Mädchen 3, 5 und 8 Jahre alt, beschäftigen Sascha intensiv. «Es fühlt sich an wie ein Trainingslager ohne Pause. Die Älteste sitzt bei mir im Büro und löst Aufgaben während die Jüngeren beschäftig werden müssen. Ich muss permanent präsent sein, Streit schlichten mich um das Essen kümmern und dabei sollte ich auch noch Home-Office erledigen.»

Glücklicherweise geht es seiner Frau besser, zuerst war sie halbseitig gelähmt. Ihr Hirn war aber nie betroffen – nur die Körperfunktionen. Geplant sind nun zwei Monate Reha, die nächsten 6 Monate werden noch intensiv bleiben. Auch Helden brauchen eine Pause und Sascha hat den Entlastungdienst engagiert. Betreuerin Rahel kommt drei Tage pro Woche und kümmert sich um die Kinder. Sascha atmet auf: «Ich weiss, dass die Kinder gut aufgehoben sind und kann mich auf meine Arbeit konzentrieren.»