Tipps

Sie leisten Grossartiges!

Zehntausende Frauen und Männer in der Schweiz betreuen und pflegen ihre Familienmitglieder. Was sie im Verborgenen leisten – häufig leise und unbemerkt – ist von unbezahlbarem Wert und verdient den grössten Respekt und Dank. Ohne diesen engagierten Einsatz würde unser Gesundheitssystem nicht funktionieren.

Eine Studie des Spitex Verbandes Schweiz ergab, dass durch Angehörige im Jahre 2013 rund 64 Millionen Pflege- und Betreuungsstunden geleistet wurden. Müsste diese Arbeit bezahlt werden, würde dies 3,5 Milliarden Franken in Anspruch nehmen.

Hilfe anzunehmen, ist eine Stärke

Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wie schwer es den Betroffenen häufig fällt, Hilfe anzunehmen. Es ist nicht einfach, seine Liebsten durch vorerst Fremde Menschen betreuen zu lassen. Pausen sind jedoch auch für die betreuenden Angehörigen unerlässlich!

Wer sich über eine längere Zeit intensiv um die Betreuung nahestehender Angehöriger kümmert, sollte sich deshalb auch von Anfang an Unterstützung holen und Pausen einplanen.

 

Achten Sie auf Ihre Gesundheit

So sinnstiftend die Betreuung von Angehörigen auch ist, sie geht auch an die Substanz. Zu den häufigsten Stressquellen gehören die grosse Verantwortung, chronische Besorgnis und soziale Isolation. Verstärkt werden diese Belastungen ausserdem, wenn pflegende Angehörige selbst bereits betagt sind oder nebenher einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Achten Sie deshalb auch auf Ihre eigene Gesundheit. Denn nur wer selbst fit ist und Energie durch Pausen schöpft, kann über längere Zeit emotional und körperlich anspruchsvolle Betreuungssituationen meistern. Vergessen Sie sich selbst nicht, damit Ihre Zuwendung nicht zur eigenen Überlastung führt.

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Tauschen Sie sich aus

Sie sind nicht alleine mit Ihrer Situation. Darum lohnt sich der Austausch mit Gleichgesinnten, die sich am besten in Sie hineinversetzen können. Selbsthilfegruppen, Angehörigentreffen, Seminare und ein reger Erfahrungsaustausch sind deshalb sehr wertvoll.

Verschiedene Organisationen (Insieme, Cerebral, Alzheimervereinigung, Parkinsonvereinigung, Krebsliga etc.) bieten verschiedene Treffen an, die auch Ihnen eine wertvolle Unterstützung sein können.

 

Verschiedene Angebote

Es gibt sehr unterschiedliche Angebote für die Entlastung, Unterstützung und Betreuung von Menschen mit einer Beeinträchtigung. Informieren Sie sich im Internet, beim örtlichen Sozialdienst oder einer Fachstelle über die Möglichkeiten. So finden Sie für sich und Ihre Angehörigen das beste Angebot – vielleicht in Kombination mit unserem Entlastungsdienst.

Hier finden Sie eine beispielhafte Aufzählung an Dienstleistungen: Ferienangebote, Besuchsdienst, Haushaltshilfe, Tagesklinik/Tagesstätte, Entlastungsheim, Ferienbett, Fahrdienst, Mahlzeitendienst, Spitex, Nachbarschaftshilfe, Nachtwache, Notrufsysteme, Runder Tisch mit allen Angehörigen u.v.m.

 

Vereinbarkeit mit dem Job

Viele Menschen, die ihre Angehörigen betreuen und pflegen, gehen nebenher einer Erwerbstätigkeit nach. Oft kommt es einer Zerreissprobe gleich, alles unter einen Hut zu bekommen. Sprechen Sie deshalb am Arbeitsplatz möglichst offen über Ihre Situation. Entweder direkt mit Ihrer/Ihrem Vorgesetzten oder der/dem Personalverantwortlichen.

Gemeinsam lassen sich Lösungen finden, welche für alle Beteiligten stimmig sind. Einige konkrete Beispiele: vorübergehende Pensumreduktion, unbezahlte Ferien, flexible Arbeitszeiten, Arbeit von zu Hause u.v.m.

Die Kosten für den Entlastungsdienst werden den Kunden direkt verrechnet.

Je nach Situation können diese Auslagen zum Teil durch Beiträge der IV (Hilflosenentschädigung, Intensivpflegezuschlag), Krankenkasse (nur Zusatzversicherungen), Assistenzbeiträge, Ergänzungsleistungen oder Sozialhilfe finanziert werden. Genauere Informationen finden Sie auf unserem Merkblatt.

Es lohnt sich zudem, sich bei einer der folgenden Fachstellen über dieses komplexe Thema beraten zu lassen:

Pro Infirmis, Sozialberatung für Menschen mit einer Behinderung

Procap Zürich, Sozialversicherungsberatung für Menschen mit einer Behinderung

Pro Senectute, Sozialberatung und Finanzhilfe für ältere Menschen

Es ist uns ein Anliegen, dass alle, die Entlastung und Betreuung benötigen, sich diese auch leisten können. Darum berechnen wir Betreuungskosten, die deutlich unter den Vollkosten liegen. Dies ist deshalb möglich, weil der Entlastungsdienst eine Non-Profit-Organisation ist und auf finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand, Stiftungen und Spender/innen zählen darf.

Ein knappes Haushaltsbudget soll nie ein Grund dafür sein, auf unsere Dienstleistungen verzichten zu müssen. In Härtefällen, wenn selbst die Unterstützung durch andere Institutionen keine Option ist, ist eine Tarifreduktion möglich. Hierfür ist zwingend eine aktuelle Steuerveranlagung einzureichen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Themen Hauswirtschaft und Betreuung im Privathaushalt sind rechtlich sehr komplex.

Der Entlastungsdienst Schweiz – Kanton Zürich ist eine vom Kanton Zürich als gemeinnützig anerkannte Non-Profit-Organisation mit einer über 30-jährigen Erfahrung. Unsere Betreuungspersonen erhalten faire Anstellungsbedingungen, und Sie als Kunde sind bei uns in guten Händen.

Wenn Sie sich dennoch dafür entscheiden, selbst eine Person anzustellen, oder auch andere Anbieter in Betracht zu ziehen, informieren Sie sich vorab gut über die rechtlichen Rahmenbedingungen. Auf der Website der Stadt Zürich finden Sie dazu die nötigen Informationen.

 

Bund hat Problem erkannt

Lange ignorierte die Politik die Situation pflegender Angehöriger. Unter dem Druck der demographischen Alterung, der Kostenexplosion und dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen hat sich dies endlich geändert.

Ende 2014 verabschiedete der Bundesrat einen Aktionsplan, um Angehörige umfangreicher zu unterstützen. Der Aktionsplan sieht vor, pflegende Angehörige breiter zu informieren, sie mit Angeboten zu entlasten, rechtlich stärker abzusichern und die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu erhöhen. Geprüft wird auch ein Betreuungsurlaub mit Lohnfortzahlung, finanziert über eine Sozialversicherung.

Unsere Literaturtipps

Buch „Pflegend begleiten“

Ein Ratgeber für Angehörige und Freunde pflegebedürftiger Menschen. Er enthält viele praktische Tipps, Informationen und Adressen, die Betroffenen, pflegenden Angehörigen oder Bezugspersonen den Alltag erleichtern.

 

Portraitbroschüre „work + care“

Berufstätige erzählen aus ihrem Alltag mit pflegebedürftigen Angehörigen.

 

DVD „Zwischen Wunsch und Verpflichtung“

Der Film zeigt auf, wie Familienangehörige den Alltag und das Zusammenleben gestalten und welche Hilfe und Unterstützung sie in Anspruch nehmen, um ihre physischen und psychischen Kräfte zu erhalten. Es kommen Betroffene zu Wort, die offen über ihre Gefühle, ihre Sorgen, ihre Nöte und alltäglichen Freuden sprechen.

 

Beobachter-Ratgeber „Wohnen und Pflege im Alter“

Selbständig leben, Entlastung annehmen, Heim finanzieren etc. Dieses Buch hilft dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen.